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Interview mit Prof. MUDr. Jiřina Bartůňková, DrSc. - So bereiten Sie die Immunität auf Herbst und Winter vor.
Die Temperaturen sinken langsam, der Herbst steht vor der Tür und die Wartezimmer der Ärzte füllen sich langsam. Dies ist ein jährlicher Trend, dem man entgegenwirken kann, aber es ist möglich! Viele von uns haben ihre eigenen Tipps, wie man eine Erkältung übersteht. In manchen Familien werden sie sogar von Generation zu Generation weitergegeben. Doch es gibt Regeln, die, wenn man sie befolgt, wahrscheinlich fit bleiben. Wir haben Prof. MUDr. Jiřina Bartůňková, DrSc, gefragt, welche das sind. Lesen Sie, wann man mit der Prävention beginnen sollte und was zu tun ist, wenn wir die Krankheit nicht mehr vermeiden können.
Warum sind wir in dieser Zeit anfälliger, insbesondere für Atemwegserkrankungen?
Es gibt mehrere Gründe. Einer davon ist die Rückkehr zu mehr Menschen in einem Raum, was insbesondere für Schulkinder gilt. Hinzu kommen erhebliche Temperaturunterschiede: kalte Morgen und warme Nachmittage. Wer nicht ausreichend angezogen ist, friert morgens eher. Wer sich zu warm anzieht, überhitzt nachmittags. Beides ist nicht gut für den Körper. Deshalb ist es wichtig, sich morgens warm anzuziehen, aber die Möglichkeit zu haben, Teile der Kleidung auszuziehen, sobald sie wärmer wird. Und vor allem: Halten Sie Ihre Füße warm – tragen Sie einfach Socken. Kalte Füße hängen mit einer verminderten Durchblutung der Nasenschleimhaut zusammen, die wiederum eine laufende Nase verursacht.
Wie können wir unser Immunsystem am besten unterstützen und wann sollte mit der Prävention begonnen werden?
Dies ist eine ziemlich umfassende Maßnahme, und man kann sagen, dass Prävention jederzeit und so früh wie möglich beginnen sollte; es ist nie zu spät. Und vor allem müssen wir unterscheiden, ob es sich um ansonsten gesunde Menschen oder um Menschen mit einer Immunstörung oder einer anderen chronischen Erkrankung handelt. Wenn wir einer gesunden Bevölkerung etwas empfehlen wollen, dann ist es eine hochwertige, abwechslungsreiche und regelmäßige Ernährung, ausreichende körperliche Aktivität, ausreichend Schlaf und psychisches Wohlbefinden, vorzugsweise ohne Stress. Das nennen wir einen „gesunden Lebensstil“.
Die meisten Eltern haben Angst vor dem Herbst und der Rückkehr ihrer Kinder in die Schulen und Kindergärten, gerade weil sie so oft zu Hause sind. Ist die Prävention bei Kindern anders?
Dasselbe gilt für Kinder. Nach den Ferien, die sie sonst draußen und bewegungsreich verbringen, sitzen sie plötzlich viele Stunden in geschlossenen Räumen. Auch im Unterricht sollte ausreichend Bewegung im Freien stattfinden. Und gerade in der Zeit nach der Schule ist es notwendig, für ausreichend Bewegung im Freien zu sorgen. Was ich vorhin gesagt habe, gilt insbesondere für Kinder: Morgens warm anziehen und, wenn es nachmittags wärmer wird, einen Teil der Kleidung wegräumen.
Es ist wohltuend, morgens nach dem Aufstehen kurz zu duschen, erst mit warmem, dann mit kälterem Wasser. Der Körper wird dadurch besser durchblutet und reagiert weniger empfindlich auf Temperaturschwankungen. Man sollte es aber nicht übertreiben – im Winter beispielsweise bei Temperaturen unter minus fünf Grad Celsius ist es ratsam, den Aufenthalt im Freien zu begrenzen oder beim Sport einen Schal vor Mund und Nase zu tragen. Kalte Luft legt die Flimmerhärchen der Atemwege lahm und reduziert die Durchblutung der Schleimhäute, die dadurch anfälliger für Infektionen werden können. Vermeiden Sie aber unbedingt den Aufenthalt im Freien! Achten Sie auf Inversionswindungen oder andere Luftverschmutzungen – dann gehen Sie besser nicht nach draußen. Kinder sollten auch nicht zu Aktivitäten gezwungen werden, die ihnen absolut keinen Spaß machen. Denn dann kann der Einfluss negativer Emotionen, die die Immunität schwächen, überwiegen.
Und eine einfache Maßnahme: Wichtig ist, dass in Räumen, insbesondere Schlafzimmern, im Winter bei laufender Heizung eine ausreichende Luftfeuchtigkeit herrscht – idealerweise um die 50 %. Trockene Schleimhäute der Atemwege bieten eine leichte Eintrittspforte für Infektionen.
Empfehlen Sie bei einer Erkältung den Gang in die Apotheke oder können wir auf eine natürliche Alternative zurückgreifen?
Bei einer gewöhnlichen Erkältung müssen ansonsten gesunde Menschen gar nicht zum Arzt. Ein paar Tage Ruhe, reichlich warme Getränke und einige rezeptfreie Medikamente bei Fieber über 38 °C können helfen. Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure sowie verschiedene Hausmittel, angefangen bei Honig, Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Spitzwegerichsirup, können helfen. Nur bei einem schwereren Verlauf oder bei chronischen Erkrankungen sollte das Vorgehen mit einem Arzt besprochen werden.
Beschleunigen wir den Verlauf einer Erkältung, indem wir tatsächlich ins Bett gehen, oder ist die Dauer meist vorgegeben? Sehr oft wird eine Woche angegeben.
Schonung ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Das Immunsystem braucht Ruhe und Zeit, um die Infektion zu verarbeiten. Wenn wir den Körper körperlich oder geistig überanstrengen, kann die Infektion viel länger dauern oder einen schwereren Verlauf nehmen. Es lohnt sich nicht, eine Infektion durch harte Arbeit zu überwinden. Man gefährdet sich selbst und seine Mitmenschen.
Haben Sie einen bewährten Tipp, um das ganze Jahr über fit zu bleiben?
Das ist immer noch der altbekannte „gesunde Lebensstil“. Es gibt nichts Wunderbares oder Universelles. Aber um nicht zu nihilistisch zu klingen: Polyvitaminpräparate haben durchaus ihre Berechtigung, insbesondere für Kinder, die auf Schulkantinen angewiesen sind. Die Präparate sollten auch Spurenelemente wie Eisen, Selen und Jod enthalten. Diese sind gut für die Immunität und kommen in unserer normalen Ernährung nur selten vor. Gegen Ende des Winters ist es außerdem ratsam, Vitamin D einzunehmen.