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Dr. Kittel

Wer war Doktor Kittel?

Nur wenige Menschen sind von so vielen Mythen und Legenden umgeben wie Johann Josef Antonius Eleazar Kittel, der berühmte Arzt und Heiler aus dem Grenzgebiet zwischen dem Iser- und Riesengebirge. Er wurde als "Der Faust des Isergebirges", "Nordböhmischer Faust", "Schwarzkünstler aus Schönburg", "Des Teufels Doktor" usw. bezeichnet. Hinter all diesen Spitznamen verbarg sich die Figur dieses berühmten Heilers aus dem 18. Jahrhundert.

 

Foto: Doktor Kittel in seinem Arbeitszimmer (Fotografie aus dem Dreh des Amateurfilms Eleazar Kittel)

In seinem Leben wurde er zu einer Berühmtheit, nach seinem Tod zu einer Legende. Er stammte aus einer weitverzweigten Familie mit einer langen Heilertradition. Der Begründer dieser Familientradition war wohl Kaspar Kittel, der Großvater des berühmten Heilers, der sich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Dorf Schumburg ansiedelte. Hier heiratete Kaspar zwei Mal und hatte 11 Kinder. Er gehörte bis zu seinem Tod im Jahre 1675, auch wegen seiner Heilkünste, zu den wohlrespektierten Menschen.

Aus der zahlreichen Kinderschar übernahm nur einer, Melchior Johann Anton, Vaters Fähigkeiten und es wird ihm auch nachgesagt, dass er zudem ein Schlosser war. Auch er musste eine große Familie ernähren, da er 14 Kinder hatte. Einer von diesen 14 Kindern war dann auch schon unser Johann Josef Antonius Eleazar Kittel. Dieser knüpfte an die Heiltätigkeiten seines Vaters und Großvaters an und widmete sich gemeinsam mit ihnen der Wundheilung. Auch sein Bruder Ignatz Kaspar Anton führte in Schumburg eine Apotheke.

Ebenso sein erstgeborener Sohn Josef Paul wurde Arzt, weitere vier Söhne wurden Wundheiler und Apotheker. Aber nur Johann Josef Antonius Eleazar Kittel hat sich dabei so ausgezeichnet hervorgetan. Er empfing Patienten aus Wien, heilte Adlige aus dem fernen Prag und kümmerte sich auch um arme Kranke in der weiteren Umgebung des Iser- und Riesengebirges. Er machte die Schumburger Wundheiler im ganzen Land bekannt.

Momente und Interessantes aus dem Leben von Kittel

  • Er wurde am 03, Februar 1704 in Schumburg (heute Krásná) geboren und am 13. Februar wurde er in der Kirche von Bzí getauft.
  • Als 9-jähriger Bub überlebte er die Pest.
  • Am 25. November 1727 fand die Hochzeit in der Erzengel Michaelskirche in Morchenstern statt. Mit seiner Ehefrau Anna Marie geb. Günther, der Tochter eines Glasschleifers aus Kukan hatte er 11 Kinder, von denen 7 das Erwachsenenalter erreichten.
  • Medizin hat er wohl nicht studiert, viele Kenntnisse erreichte er durch das Studium von Fachbüchern. Von der Kreisverwaltung in Jungbunzlau erhielt er das Prädikat Attestat Incorporationis et Approbationis, eine Berechtigung, chirurgische Eingriffe durchzuführen. Hierdurch bekam er die Möglichkeit, sich beispielsweise bei einer Herrschaft als Arzt zu bewerben. Später wurde er Leibarzt bei den Groß-Rohosetzer Grafen Desfours.